New Nork barrierefrei erleben – Teil 2

In unserem ersten Teil über den barrierefreien Aufenthalt in New York haben wir Ihnen bereits einige Tipps zur Hilfsmittelvermietung, zu den Verkehrsmitteln und Sehenswürdigkeiten geben können. Eines wurde bereits deutlich: New York lässt sich auch barrierefrei bereisen.  Die New Yorker sind ein sehr hilfsbereites und herzliches Volk, mit ihrer Hilfe werden scheinbar unüberwindbare Hürden bewältigt. Erfreulich ist, dass das lange Warten vor Sehenswürdigkeiten ist oftmals nicht nötig ist, da das Personal gern ein Auge zu drückt. Starten Sie also durch und fangen Sie an Ihre Reise zu planen.

Mit den Big Apple Greetern durch die Stadt

Auch die Big Apple Greeter werden Sie herzlich in New York willkommen heißen. Der ehrenamtliche Willkommensservice zeigt den Besuchern der Stadt gern die kulturell und ethnisch vielfältigen Gegenden der Stadt, dieses auch barrierefrei. Bereits wenn Sie sich online anmelden, können Sie Ihre Interessen bezüglich der fünf Bezirke auswählen. Menschen mit Mobilitätsproblemen sind bei den Big Apple Greetern besonders gut aufgehoben, da sie die Eigenheiten ihrer Stadt sehr gut einzuschätzen wissen. Diese New Yorker Stadtführer sind äußerst hilfsbereit und freundlich und sie sind sich der Zugangsprobleme ihrer Stadt bewusst. Bei den Ausflügen erhalten Sie eine sehr persönliche Sicht auf Orte der Stadt, die Sie sonst eventuell nicht sehen würden. In der Regel werden Sie zwischen zwei und vier Stunden mit Ihrem Big Apple Greeter unterwegs sein. Die Führungen sind kostenlos und müssen mindestens drei bis vier Wochen vorab gebucht werden.

Am Abend fängt die Stadt erst richtig an zu leben

Man sagt, im Theater District liegt das Herz Manhattans. Der Broadway ist sage und schreibe 29 km lang und auf ihm laden jeden Abend die tollsten Theater zu einem Besuch ein. Besuchen Sie Musicals, wie den König der Löwen oder Aladdin. Alle derzeit laufenden Broadway Shows verfügen über reservierte Plätze für Rollstuhlfahrer. Bei der Buchung muss unbedingt auf die richtige  Auswahl der Sitze geachtet werden. Eine Show auf dem Broadway ist sicherlich ein riesen Erlebnis, jedoch sind nicht alle Theater barrierefrei. Besuchen Sie  beispielsweise Entertainment Link  um herauszufinden, was verfügbar ist. Der Besuch einer Veranstaltung im Lincoln Center ist etwas ganz Besonderes. Toll ist, dass das Lincoln Center vollständig rollstuhlgerecht ausgestattet ist.

 

Was für ein Ausblick …

Ein weiteres absolutes Muss in New York ist der abendliche Besuch einer Rooftop Bar. Rooftop Bars die nach 1992 eröffnet wurden, sind barrierefrei. Den Top-Tipp für eine spezielle Bar möchten wir hier jedoch lieber nicht abgeben. Die Geschmäcker sind  tatsächlich meist sehr verschieden und so verschieden ist das Rooftop Angebot auch. Wenn man Rooftop Bar und Wheelchair Accessible in die Suchmaschine eingibt, eröffnet sich schnell das vielfältige New Yorker Angebot. 

Guten Appetit …

Die Auswahl an Restaurants in New York ist enorm. Bei der Suche nach einem barrierefreien Restaurant  gilt selbiges wie bei den Rooftop Bars. Zunächst online auf die Suche nach der geeigneten Lokalität zu gehen, ist eine gute Möglichkeit. Bei der Tischreservierung kann zur Sicherheit noch einmal nachgefragt werden, ob die Angaben im Internet noch aktuell sind. Es gibt Tausende von Restaurants in New York und alle tun ihr Bestes damit Sie sich wohlfühlen. Allerdings ist der Zugangsstandard und die Qualität der Restaurants sehr unterschiedlich. Probleme könnten Sie tatsächlich erwarten. Zum Beispiel reservierten wir telefonisch in einer Pizzeria. Als wir dort ankamen, waren es tatsächlich nur wenige Meter um in das Restaurant zu gelangen.  Jedoch wurde uns im Restaurant dann ein erhöhter Platz zugewiesen.  Wir dankten und gingen woanders hin. An anderen Abenden wiederum passte aber alles ganz hervorragend. Fragen Sie also einfach kurz nach, dann klappt alles zu Ihrer Zufriedenheit.

Die barrierefreie Unterkunft

Ob mit oder ohne Rollstuhl, es gibt vielfältige Möglichkeiten in New York zu übernachten. Für alle Besucher gilt das gleiche. Buchen Sie, bevor Sie die Stadt besuchen. Besonders in der Hauptsaison ist es schwer bis unmöglich ein günstiges zentrales Zimmer zu bekommen. Unsere Erfahrung hat uns jedoch auch gelehrt, dass bei der Buchung eines Hotels, Hostels oder der Ferienwohnung in jedem Fall per Mail oder telefonisch Kontakt mit dem jeweiligen Vermieter aufgenommen werden sollte. Es passiert ab und zu, dass beim Buchungsvorgang das barrierefreie Zimmer nicht eingebucht wurde. Komplikationen sind so vorprogrammiert.

Bei der Auswahl der Unterkunft wissen Menschen mit Mobilitätsproblemen meist, dass das was ihnen versprochen wurde, nicht immer ihren Erwartungen entspricht. Trotz barrierefreier Bäder sind die Schlafzimmer oftmals so klein, dass es schwer ist sich zu bewegen. Die Zimmer in New York entsprechen in der Regel dem Standard mit separaten Sitzecken und begehbaren Bädern. Allerdings sind das Sofa und die Stühle im Wohnzimmer oftmals zu niedrig. Wir wohnen besonders gern in Ferienwohnungen, in denen man auch mal ein Möbelstück verschieben kann. Aber auch in den meisten Hotels hat sich niemand an unseren Umbauten gestört.

Wir hoffen, dass wir Ihnen bei Ihrer Reiseplanung weiterhelfen konnten 

Jeder von uns sollte sich im Klaren sein, das es Einschränkungen geben kann, wenn man durch seine Behinderung eingeschränkt ist und zusätzlich Hilfe benötigt. Einschränkungen kann es grundsätzlich geben, wenn man auf reisen geht, insbesondere, wenn man eine Stadt zum ersten Mal besucht. Aber dies darf kein Grund sein, auf das Reisen zu verzichten. Es ist ein kleines Stück Glück, was man genießen sollte.

Eine Reise gleicht einem Spiel. Es ist immer etwas Gewinn und Verlust dabei, meist von der unerwarteten Seite. Für Naturen wie die meine, die sich gerne festsetzen und die wichtigen Dinge festhalten, ist eine Reise unschätzbar; sie berichtigt, belehrt und bildet.

Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Wir pflegen. Aber warum eigentlich?


Pflegen einer Motivation, das ist unser Thema. Pflege ist leider oft ein täglicher Marathon, der häufig auch zermürbt. Um die Diskrepanz zwischen Wollen und Können und dem was möglich wäre und dem was noch möglich ist soll es heute jedoch nicht gehen. Vielmehr ist es die Motivation für das, das ursprünglich einmal unsere Vision war, das Thema mit der ich mich beschäftigen möchte.

Warum bist du eigentlich in die Pflege gegangen?“ Die Kollegin, mit der ich gestern gesprochen habe, war verwirrt. „Warum?“, wollte sie wissen. „Ich habe das Pflegen gelernt. Mit Menschen wollte ich arbeiten und nicht mit Maschinen. Heute möchte ich helfen und ich pflege gern.“ Meine Kolleginnen und Kollegen begründen ihre Berufswahl immer so oder so ähnlich und auch ich würde so antworten. Aber natürlich sind  die Gründe warum jemand pflegt sehr viel tiefgreifender und eins ist sicher:

Es ist in der Regel nicht einfach nur ein Job.

Was motiviert Pflegende also – Warum pflegen wir?

Unsere Motivation bewegt uns zum Handeln, weil wir ein bestimmtes Ziel erreichen wollen. Legen wir also wieder los und fragen uns: Warum gehen wir  jeden Tag zur Arbeit? Was gefällt uns an unserem Beruf und was motiviert uns, sich kranker und pflegebedürftiger Menschen anzunehmen?

Die meisten Menschen gehen einer Arbeit nach, weil sie sie sich ihren Lebensunterhalt sichern müssen. Ich denke aber, dass die Entlohnung nicht der richtige Ansatz ist, wenn wir die Motivation für die Tätigkeit in der Pflege suchen. Aus meiner Erfahrung möchten alle Pflegenden gern mit Menschen arbeiten und ihnen trotz Krankheit oder Alter ein angenehmes Leben ermöglichen. Die Arbeit wird als wichtig und bedeutsam eingestuft und es erfüllt die Pflegenden zu wissen, dass man mit seiner Arbeit anderen Menschen helfen und deren Lebensqualität verbessern kann. Die Dankbarkeit, die einer pflegenden Person entgegengebracht wird ist eine hohe Motivation in der täglichen Arbeit.

In der Pflege gleicht kein Tag dem anderen. Der Umgang mit den Kranken und Pflegebedürftigen macht Arbeit sehr vielfältig. Wer nicht auf Zack ist, hängt schnell hinterher. Gerade in den Bereichen Medizin und Pflege gibt es immer wieder Neuheiten und Entwicklungen, sodass man ständig dazulernt und bei Bewährtem auf dem Laufenden bleiben muss. Selbstständiges Arbeiten ist enorm wichtig, Können und Fachwissen sind vollständig einzubringen. Gleichzeitig sorgt ein funktionierendes Team für einen reibungslosen Ablauf. Bei Problemen kann man sich auf die Erfahrung der Kollegen verlassen, die sich gerne gegenseitig unter die Arme greifen. Es ist ein Vorurteil, dass die Arbeit in einer reinen Pflegeeinrichtung einseitig und langweilig ist. Den Pflegerinnen und Pflegern werden Menschen anvertraut, die auf die Hilfe und Fachkompetenz angewiesen sind. Nicht nur das Engagement der Beschäftigten, sondern auch die stetigen pflegerischen und medizinischen Entwicklungen haben dazu geführt, dass außenstehende Personen häufig beeindruckt über den hohen Standard und die Vielfältigkeit in den Einrichtungen sind.

Warum pflegen? Also wenn du mich fragst…

Es ist relativ einfach, einfach nur zu pflegen und seine tägliche Arbeit zu tun. Aber sich zu fragen warum man es tut, fordert Zeit und persönliches Engagement. Jeder hatte ganz sicher am Anfang eine Motivation. Die wenigsten werden sagen können, dass die Ausbildung, der Job oder das Studium plötzlich bereit standen. Wir haben uns bemüht und angestrengt um unsere Ziele zu erreichen und waren dann irgendwann am Ziel. Für die einen ging es weiter, die anderen fanden sich an ihrem Ziel gut ausgefüllt.

Ich habe mich gefragt warum ich eigentlich so gern in meinem Beruf tätig bin, denn ich habe meine Berufswahl nie bereut. Nach ca 30 jähriger Berufstätigkeit im sozialen Bereich findet sich neben Neuem auch viel Routine. Es gibt aber diese Augenblicke, die mich so berühren, dass sie mich persönlich beglücken. Es sind die kleinen Augenblicke des Lebens. Ein Fortschritt beispielsweise, der für mich zwar klein, aber für mein Gegenüber enorm wichtig ist. Oder das große Erlebnis eines Menschen zu dem ich beitragen konnte und das mir vor Rührung die Tränen in die Augen treibt. Das sind wohl die Highlights meines Berufes und der Grund warum ich noch immer mit so viel Elan dabei bin.

Freundschaften stärken ⇔ Pflege stärkt

„Der einzige Weg, um einen Freund zu haben, ist selbst einer zu sein.“

Ist dieses Zitat von Ralph Waldo Emerson das das Geheimnis, das uns die Antwort auf diese Frage bringt? Es ist sicher. Wir brauchen Freundschaften, denn Freunde sind ein unersetzbarer Teil unseres Lebens. Freundschaften stärken unsere Gesundheit und unser Selbstwertgefühl. Freundschaften fordern uns auch, denn sie müssen gepflegt werden. Man könnte sagen, Freunde sind einander verpflichtet.

Und so kommen wir zum eigentlichen Thema

Man könnte sagen, in der Pflege ist es wie in einer Freundschaft. Auch der Pflegende und der Pflegebedürftige sind wie echte Freunde einander sinnvoll verpflichtet. Jede Pflegebeziehung muss man pflegen und beide Parteien tragen Verantwortung füreinander.

Können Sie das bestätigen?

Ein Pflegebedürftiger akzeptiert die Wertschätzung und die Vertrauenswürdigkeit eines anderen, der ihm dieses Geschenk unterbreitet. Der Pfleger wiederum richtet seine Bereitschaft, Zeit, Energie und Gedanken an die Bedürfnisse und Wünsche der zu pflegenden Person. Die Belohnung ist eine reiche und befriedigende (Pflege)Beziehung, die gegebenenfalls einen langen Zeitraum andauern kann. Es klingt vielleicht zu einfach, aber so ist eben in der Pflege. Wurde die Beziehung seitens des Pflegebedürftigen gepflegt, ist der Pfleger immer für ihn da, wenn er ihn braucht. Und einseitig ist es nicht. Wird die Beziehung seitens des Pflegenden im Sinne des Pflegebedürftigen bedient, wird ihm der Pflegebedürftige das Pflegerherz erwärmen.

In einer Freundschaft ist es ebenso. Ein Freund akzeptiert die Wertschätzung und die Vertrauenswürdigkeit eines anderen, der ihm dieses Geschenk unterbreitet. Er richtet seine Bereitschaft, Zeit, Energie und Gedanken an die Bedürfnisse und Wünsche einer anderen Person. Die Belohnung ist eine reiche und befriedigende Beziehung, die ein Leben lang dauern kann. Wenn diese Freundschaft gepflegt wird, ist der Freund immer für Sie da, wenn Sie ihn brauchen. Freundschaften sind so. Man muss sich um sie kümmern, um sie zu behalten.  Wir müssen uns um die kleineren Probleme kümmern, bevor große daraus werden. Freundschaften müssen regelmäßig evaluiert werden. Man muss in Kontakt bleiben, nachdenklich machen und den Freund niemals für selbstverständlich nehmen.

Das geht nicht, glauben Sie? Schnell holt uns ja nach jedem freien Tag und nach jedem Urlaub der Alltag wieder ein.

Motivation und Antrieb

Einer Motivation liegt immer ein Beweggrund oder ein Motiv zugrunde. Dieser Anreiz liegt entweder in der Arbeit selbst oder macht sie von außen attraktiv. Wie wirken diese in der Pflege? Wir wissen es alle, es sprechen nicht viele Faktoren für eine Tätigkeit in der Pflege. Da sind Schichtdienst, Überstunden, wenig gesellschaftliche Anerkennung und von Aufstiegschancen ganz zu schweigen. Die Bedingungen in der Pflege sind denkbar schlecht. In der Häuslichkeit sieht es nicht sehr viel besser aus. Pflegende Angehörige erhalten wenig Hilfe durch Externe und die Familie, stehen unter enormen emotionalen Druck, sind oft überlastet und ausgelaugt. Die Zeiten werden härter, aber anstrengend war der Job doch eigentlich schon immer. Auch unsere Vorreiter haben ihr Geld schließlich nicht mit Kaffeetrinkern verdient.

Unsere Motivation ist unser persönliches Aushängeschild, sie ist das was uns ausmacht und was uns besonders macht. Unser Kopf und Körper spielen hier zusammen. Der Körper muss schließlich die Energie aufbringen damit die Motivation, die der Kopf in sich trägt umgesetzt werden kann. Alles was aus unserer inneren Motivation heraus geschieht setzen wir gern um. Wir reisen und haben Hobbies. Egal was wir gern tun, ausreichend Anreize es zu tun gibt es immer. Anders ist es aber, wenn die Anreize versiegen, wie es beispielsweise im Arbeitsalltag passiert. Unsere Motivation sinkt.

Im täglichen Einerlei und der Diskussion um die Folgen des Pflegenotstandes vergessen viel zu häufig unsere eigentliche Motivation und unseren ursprünglichen Antrieb. Unsere Motivation hatte uns schließlich zu den guten Pflegenden gemacht, die wir geworden sind. Gute und zufriedene Pfleger werden sich letztendlich auch sehr viel eindringlicher und glaubhafter um ihre eigenen beruflichen Belange einsetzen können.

Wie soll es weiter gehen?

In einer Zeit, in der die Ausübung dieses Berufes kein Leichtes ist, in einer Zeit zwischen chronischer Überarbeitung, zwischen steigendem Bedarf an psychosozialer Betreuung und zu engen Zeitkorridoren ist es nicht so einfach die eigene Motivation wieder zu erwecken oder am Leben zu erhalten.

Die Basis eines jeden erfolgreichen Unternehmens besteht in einer motivierten und gesunden Belegschaft. Es geht also nicht nur um unser persönliches Wohlbefinden, sondern auch um das Ganze.  Ein betriebliches Gesundheitsmanagement kann beispielsweise dazu betragen Mitarbeiter zu stärken und deren Arbeitszufriedenheit zu steigern. Möglicherweise hat Ihr Arbeitgeber also schon etwas für Ihre Motivation getan. Allerdings schafft es nicht mehr allein das Management die persönliche Motivation zu erhalten.

Wir Pflegenden oder wir an der Pflege Beteiligten sind ebenso gefordert. Wir sollten unsere eigentlichen Visionen und Motivationen nicht mehr länger aus den  Augen verlieren. Wichtig ist, dass wir uns wieder auf uns besinnen. Vielleicht haben wir in der Vergangenheit ab und an unsere Kollegen und das oftmals doch recht angenehme Arbeitsumfeld vergessen? Wir sollten wieder lernen die schönen Momente mit unseren Pflegebedürftigen zu genießen und kleinere größere Erfolge auszukosten. Und wann haben wir eigentlich letztmalig unsere Berufung genossen? Nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie den oftmals hausgemachten Stress einfach nicht so sehr Ihre Motivation zerstören. Ich denke nicht , dass das alle unsere Probleme löst. Ich bin mir aber sicher, dass der Umgang mit all den arbeitserschwerenden Faktoren ein leichterer wird und die Entwicklung voran bringt.

Der größte Anteil der Pflegende die ich kennen lernen durfte, sind mit dem Herzen dabei. Es wäre schön wieder mehr in die Herzen die Kollegen zu sehen. finden Sie nicht auch?

Fühlen Sie sich wieder motiviert

Es ist eine wunderbare Sache, wenn eine pflegende Person und eine Motivation zusammen kommen und daher kann das  Fazit ganz einfach sein:

Pflegen heißt Mensch sein dürfen

 

Demenz-Beratung und Hilfe


Individuelle Demenz-Beratung  kann unterstützen und eine Verweildauer in der Häuslichkeit verlängern

Dieser Bericht befasst sich mit den Belastungen von Pflegenden und möchte die beratenden Instanzen ermutigen, eine ganz individuelle und vielleicht manchmal auch unkonventionelle Demenz-Beratung und Hilfe anzubieten. Es ist von großer Wichtigkeit  die Pflegenden dahingehend zu beraten, dass sie die anhaltenden Bedürfnisse von demenziell Erkrankten  erkennen und sie dahingehend zu unterstützen auch weiterhin deren Autonomie zu fördern, ohne dabei selbst auf der Strecke zu bleiben.

Demenz ist ein Krankheitsbild, das durch eine Vielzahl von fortschreitenden Erkrankungen verursacht werden kann. Das Gedächtnis, das Denken, das Verhalten und auch die Fähigkeit zur Durchführung alltäglicher Aktivitäten werden im Verlauf der Erkrankung enorm beeinflusst. Die meisten Subtypen der Demenz können nicht durch Medikamente geheilt werden und Demenz ist eine Hauptursache für Abhängigkeit und Behinderung. Demenz-Beratung und individuelle Hilfen sind unabdingbar.

Erfreulich bei all dem Genannten ist, dass das Krankheitsbild und somit auch die Betroffenen zunehmend immer mehr gesellschaftliche Anerkennung und somit auch Unterstützung erhalten. Das gesellschaftliche Ziel ist es, dass Betroffene in der Lage sind, sich auch weiterhin an alltäglichen und gesellschaftlichen Aktivitäten zu beteiligen und dass sie bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung in institutionelle Hilfen eingebunden werden. Die Pflegenden sind in umfassender Form in diese gesellschaftlichen Visionen eingebunden.

Die Aussicht auf einen Gewinn beim Kartenspiel fördert das Selbstbewusstsein

Die Betroffenen werden im Rahmen der Pflegereform nicht mehr allein nur im neurologischen Fokus gesehen werden!

Auch ihre Persönlichkeit, die aktuellen Stärken und Fähigkeiten, ihre psychosozialen Bedürfnisse, sowie Wünsche und Vorlieben stehen im Vordergrund. Denn wir wissen alle, sich an alltäglichen Aktivitäten beteiligen zu können, ist mitentscheidend für die Aufrechterhaltung der Persönlichkeit. Das klingt sehr gut. Die Realität sieht in vielen Fällen jedoch anders aus. Auch Personen, die eine Reihe von externen Hilfen erhalten, erleben häufig, dass sie alle Zeit, Sorge und Aufmerksamkeit der Pflege widmen müssen. Es ist einfach so, dass extern gesteuerte Pakete nicht den Individualfall abdecken. Nach einer Diagnose wird der Patient und sein pflegender Angehöriger von Arzt zu Sozialarbeiter und von zu Beratungsstelle zu Selbsthilfegruppe geschickt.

Demenz-Beratung und Hilfe wird recht umfassend in allen Regionen unseres Landes angeboten, doch was ist letztendlich der Schlüssel zur Unterstützung Ihrer Angehörigen und anderer Pflegenden, die sich jeden Tag engagieren, um diese gesellschaftlichen Ziele umzusetzen? Schließlich ist es meist die moralische Pflicht von Pflegenden, für eine lange Zeit die Versorgung zu übernehmen. Wenn es dann nicht mehr geht, ist es meist fünf vor zwölf. Es eröffnet sich dem Berater dann ein Caos, von dem in der Regel gesagt wird, man wisse gar nicht wie es dazu kommen konnte…

Beziehungen in Abhängigkeit

Das soziale Selbst demenziell Erkrankter ist besonders anfällig, weil sie in der Regel von der Unterstützung anderer Personen abhängig sind.

Beziehungen zwischen dem Betroffenen und anderen Menschen werden dadurch positiv und auch negativ beeinflusst. Der Sinn für Vertrauen wird beispielsweise häufig stark geschwächt. Ein positiver Aspekt der Beeinflussung ist u.a., dass die Betroffenen trotz der zunehmenden Gedächtnisschwierigkeiten häufig weiterhin den Wunsch haben zu kommunizieren und mit ihrer Umwelt Kontakt zu halten. Wenn die Demenz fortschreitet, erfahren die Betroffenen oft Schwierigkeiten bei der Bewältigung des täglichen Ablaufs. Erhalten sie keine angemessene Unterstützung, können die ungedeckten Bedürfnisse in Unruhe, Wanderung, Depression, Stimmungswechsel und Agitation umschlagen. Hier beispielsweise ergibt sich ein negatives, bzw. belastendes Bild der Erkrankung.

Die meisten Menschen mit Demenz werden einem nahen Mitglied ihrer Familie betreut. Es sind meist die Ehefrauen und zunehmend auch die Ehemänner die sich für die Versorgung vollständig aufopfern…

Diese Angehörigen berichten uns oft über ein anhaltendes Gefühl von Unzulänglichkeit und Unfähigkeit, das alltägliche Leben mit ihren Verwandten zu bewältigen. Aus meiner Erfahrung sind dieses  letztendlich die Schlüsselfaktoren, die ihre letztendliche Entscheidung beeinflussen, ihren Verwandten in eine Pflegeeinrichtung zu geben. Zu diesem Zeitpunkt ist der Pflegende Angehörige meist nicht nur physisch sondern auch psychisch am Ende. Ambulant vor stationär wurde bis dahin ohne wirkliche und tiefergehende gesellschaftliche Unterstützung gelebt. Vor meinen Kolleginnen und mir sitzt dann ein kleines Häufen Elend, dem sofort geholfen werden muss. Der an sich Erkrankte steht zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Vordergrund und wird zur Entlastung des Pflegenden in die Einrichtung aufgenommen.

Backen als Zeitvertreib

Die Beschäftigung im Alltag gilt als ein wichtiges Bedürfnis für alle Menschen und ist gängiges Thema in der Gesellschaft. Natürlich gilt das auch für Menschen mit Demenz

Beschäftigung ist entscheidend für jeden Menschen, weil die Beschäftigung eine Chance für eine positive Interaktion und Integration bietet. Die Einbeziehung von Pflegenden in die alltäglichen Aktivitäten ist allgegenwärtig. Die Varianten von teilweise sehr banalen Aktivitäten  reichen von der Begleitung außerhalb der Häuslichkeit, der Zahlung von Rechnungen über gescheiterte Kurzurlaube und Spaziergänge. Weitere Freizeitaktivitäten sind beispielsweise gemeinsames Fernsehen, Musik hören oder einem Hobby nachgehen. Viel Zeit wird offensichtlich mit der  Unterstützung bei Toilettengängen, An- und Auskleiden und dem Überreden zu einer relativ regelmäßigen Körperpflege verbracht. Die Liste der Aktivitäten ist endlos und ausgesprochen umfassend und geht weit über die allgemeine Beschäftigung hinaus.

Pflegende führen demzufolge nicht nur eine Vielzahl von Aufgaben durch, sondern sie übernehmen eine komplexe Bandbreite von täglichen Interaktionen, die eine ständige Entscheidungsfindung erfordern. Alle Betreuer bemühen sich mit den Übernahmen, ihren zu Pflegenden zu ermutigen, sich aktiv an alltäglichen Aktivitäten zu beteiligen

Mit fortschreitender Erkrankung ihrer Angehörigen werden Pflegende immer mehr herausgefordert

An Demenz Erkrankte verlieren die Fähigkeit, ihre Umwelt zu kontrollieren, und ihre Pflegenden übernehmen die Verantwortung für die Dinge, die geschehen. Zusätzlich handeln sie nach den Wünschen ihres zu Pflegenden. Einmal wurde mir folgendes berichtet:

„Du musst stets tun, was dein Partner tun will. Er steht beispielsweise in der Küche und du weißt genau, wenn er in der Küche steht will er uns vielleicht gerne eine Tasse Tee machen. Würden Sie damit einverstanden sein, dass er den Löffel und die Teebeutel nicht finden kann? Ich muss ihn unterstützen.“

Es liegt sicher auf der Hand, dieses Handeln fördert das Gefühl der Autonomie und wirkt ausgleichend auf den Betroffenen. Mit diesen selbst initiierten und ganz alltäglichen Aktivitäten versorgen Pflegende ihre Verwandte mit der Möglichkeit, so zu handeln, wie sie wollten. Aber wo bleibt dabei der Pflegende? Man muss bedenken, sie unterstützen 24 Stunden am Tag an 7 Tagen in der Woche.

Die Pflegenden – Was treibt sie an?

Pflegende berichten immer wieder von ihrem Alltags-Engagement. Es ist ihnen wichtig ein Gefühl der Stabilität und Kontinuität im gemeinsamen täglichen Leben zu bewahren. Angesichts des fortschreitenden Gedächtnisrückgangs halten es Pflegende für sehr wichtig, die Stabilität in ihrer Beziehung aufrechtzuerhalten. Das Festhalten führt verständlicherweise zu Druck und zu Fehlverhalten. Weiterhin wird das Verhalten der Betroffenen durch fördernde Aktivitäten unterstützt, die für den Erkrankten noch einen gewissen Wert oder eine Bedeutung haben. Für Pflegende stehen in der Regel das Kümmern und die Sorge für ihre Anvertrauten im Vordergrund. Sie setzen kontinuierlich alle  alltäglichen Anforderungen um. Zusätzlich schaffen sie eine Verbindung zum früheren Leben, das sie mit ihrem Partner, den Eltern oder sonstigen Angehörigen gemeinsam geführt hatten.

An sich sind dieses wichtige Aspekte in jedermanns Leben. Jedoch gewinnt die Vergangenheit besonders an Wichtigkeit, wenn das Leben  durch einen kognitiven Rückgang im Zuge einer Demenz stark beeinflusst wird.

Einmal berichtete mir eine Angehörige:

„Mein Mann was als Busfahrer tätig. Ich glaube, er vermisste vermutlich seine Kollegen und die Fahrgäste… er liebt das Busfahren und ich denke, das ist seine Gewohnheit. Ich schickte ihn früher mit dem Bus ein paar Besorgungen machen. Manchmal holte er die falschen Dinge, aber was soll es. Solange es etwas ist, was er gewohnt ist, ist es gut – das ist seine Routine. Leider geht das schon eine Weile nicht mehr.“ Sie berichtete dann von der Odyssee die sie hinter sich hatte. Die Unruhe ihres Mannes lässt sie inzwischen nur noch 2-3 Stunden am Stück schlafen. Immer sei die Eingangstür abgeschlossen, weil er los wolle. Vom Neurologen erwarte sie in gewisser Weise eine Demenz-Beratung. Sie erhalte jedoch regelmäßig ein Rezept, leider habe dieser nie persönlich Zeit.

Was wir tun ist ganz einfach und liegt eigentlich auf der Hand

Kommen die Hilfesuchenden zu uns, ist das Kind zu diesem Zeitpunkt meist schon in den Brunnen gefallen und der Betroffene wird oder ist bereits  vollstationär bei uns aufgenommen. An der Interaktion zwischen dem Pflegenden und dem an demenziell Erkrankten hat sich zu diesem Zeitpunkt aber nichts verändert.  Der Pflegende zeigt jede Menge Alltagsengagement, nur involviert er nun die Pflegekräfte der Einrichtung und drängt dieser ebenfalls zur Übernahme. Stress  und Unzufriedenheit ist vorprogrammiert, denn das Vertrauen der Angehörigen gegenüber dem Pflegepersonal ist oft gering.

Unser Demenz-Beratungs und Hilfsangebot

Um sicherzustellen, dass die Unterstützung und Anleitung von Demenz Erkrankten aussagekräftig und angemessen auf die spezifischen Bedürfnisse abgestimmt ist, teilen wir die Betreuung in die vier Schlüsselbereiche auf, in denen ständige Entscheidungen getroffen müssen:

  • Setzen von aussagekräftigen Zielen für Tätigkeiten
  • Ermittlung von Änderungen bei den noch erhaltenen Fähigkeiten
  • Entwicklung von späteren Anpassungen, um Veränderungen in der Fähigkeit des Betroffenen zu berücksichtigen
  • Verhandlung der Schritte mit den Klienten

Die Gespräche führen wir in lockerer Atmosphäre. Es sich Gespräche bei denen gelacht und geweint wird. Es werden Witze gemacht und ernste Worte gesprochen. Wichtig ist dass sich die beratende Person sich voll auf das Gegenüber und den individuellen Augenblick einlässt.

Handarbeit als Ausgleich

Die Natur dieser Entscheidungsfindung ist für Betroffene komplex. Dies ist besonders dann der Fall, wenn Angehörige Probleme haben mit ihren Verwandten über die Wünsche und Vorlieben zu kommunizieren. Ein Beispiel hierfür ist Gaby: „Am Anfang, als ich meinem Mann fragte, ob  er wirklich in der Lage sei, allein in den Garten zu gehen, bejahte er das. Ich sagte dann, dass er in den Garten gehen solle und er stimmte zu.  Aber den Ausgang fand er nur selten. Ich brachte ihn dann immer und sonst sollte er lieber oben bleiben. Heute beobachten wir einfach ob er den Ausgang findet und eine Ihrer Pflegekräfte oder ich bringen ihn erst dann hinunter. Am Anfang war er bei allem widerwillig. Jetzt hat er nichts mehr dagegen. 

Die Strategien, die zur Unterstützung von unseren Pflegenden verwendet werden

Die Strategien, die wir unseren Angehörigen anbieten sind breit gefächert und enthalten beispielsweise: nicht-wertend zu agieren, die Erläuterung des Sinnes des Wertes, Erörterung von kalkulierten Risiken, die Identität ihres Verwandten zu wahren und die neue Rolle und Identität ihres Verwandten besser zu verstehen und zu akzeptieren. Wir raten ihnen mit angenehmen Aktivitäten die kostbare Zeit zu verbringen und eine Inaktivität zu verhindern. Die Verknüpfung aller an der Pflege beteiligen wird ebenfalls diskutiert. Der Erfolg als Resultat unserer Beratungen bestätigt unser Vorgehen. Durch die allmähliche Annahme der Rolle ihres Verwandten, eben ohne die eigene Verwirklichung von Sichtweisen beginnen viele Angehörige, die Grenzen der Beteiligung mit ihrem Verwandten zu akzeptieren und gleichzeitig eine Kontinuität aufrechtzuerhalten. Frühere eigene Verhaltensweisen im Umgang mit den Erkrankten wurden hinterfragt und ggf. als falsch empfunden.

Angehörige zeigten sich offener, die beibehaltenen Fähigkeit von Erkrankten zu maximieren. Durch den Einsatz in einer zwar abgewandelten, aber bekannten Aktivität, kann beispielsweise die Tochter ihre Mutter wieder anerkennender betrachten:

„Meine Mutter wird in die Cafeteria gehen und das Gewünschte, das ich ihr aufschreibe besorgen. Wenn ich ihr mehr als einen Wunsch notiere, könnte sie es schaffen, aber es könnte sie verwirren. Das will ich nicht. Ich bin sehr stolz auf sie, wenn sie es schafft.“

Bei der Arbeit im Garten

Das gesamte Leben ist eine riskante Angelegenheit, finden Sie nicht? Wir beginnen stets Neues, dessen Ausgang ungewiss ist

Es ist einfach so. Jeden Tag überqueren wir die Straße und kommen in der Regel auch auf der anderen Seite an. Wir verlangen von „unserem“ Demenzerkrankten ja nicht, dass er einen Laden eröffnen soll. Wer kalkulierte Risiken eingeht, kommt vorwärts.

Als Risiken werden gerade von pflegenden Angehörigen beispielsweise immer wieder der unangemessene Gebrauch von verschiedenen elektrischen Geräten, eine Kleinigkeit einkaufen und auch sogar das Benutzen eines Messers zum Schmieren des Brotes genannt. Im Rahmen unserer Beratung veranschaulichen wir, dass alle Risiken ein unvermeidlicher Aspekt des täglichen Lebens sind. Für Betroffenen sind diese Handlungen existentiell wichtige Handlungen,  die wichtig sin um im Leben und im Geschehen zu bleiben.

Im Rahmen unserer Demenz-Beratung stellt sich bei der Erläuterung dieser Risiken regelmäßig heraus, dass der Nutzen das Risiko überwiegt. Durch die Ausübung von Tätigkeiten der eigenen Wahl förderten die Pflegeden ein Gefühl der Unabhängigkeit und Autonomie  des Betroffenen. „Mein Mann pflegte stets, mit dem Hund Gassi zu gehen und heute möchte er das auch noch. Ich habe große Angst, dass er sich verläuft, aber interessanterweise bringt der Hund ihn immer wieder nach Hause.

Die Pflege eines Verwandten mit Demenz kann eine sehr schwierige Erfahrung aufgrund des Verlustes von Persönlichkeit und Beziehung, sowie den  damit verbundenen Verantwortlichkeiten sein

Die Rollen verschieben sich und das ist eine sehr schwierige und für Familien oft inakzeptable Situation. Die Pflege konfrontiert Menschen mit enormen Herausforderungen auf beiden Seiten den „Pflegebettes“.  Die Ergebnisse unserer Erfahrungen und Beratungen zeigen, dass die Aufrechterhaltung der vorherigen Identität durch die Förderung von Aktivitäten für die Betroffenen und die Stärkung von Pflegepersonen ihrem psychologischem Wohlbefinden zugutekommen könnten. Dies haben wir in vielerlei Hinsicht erlebt.

Nach ein paar Gesprächen

Trotz der Belastungen und der Sorge, sowie der Verantwortung können viele Pflegende und deren Angehörige wieder die Momente genießen, die sie gemeinsam erleben. Sie leben nicht mehr die „alte“ Beziehung zueinander, aber die neue Beziehung bringt auch eine neue Form der Partnerschaft, die sich als verantwortungsvoll und auch entspannter darstellt.

Individuelle Demenz-Beratungen und Hilfen sind unverzichtbar

Die Pflege und Unterstützung einer Person in der Häuslichkeit ist ein zeitaufwändiger und anspruchsvoller Prozess. Viele Pflegende arbeiteten isoliert. Auch in Entscheidungen, erhalten Pflegende oftmals kein hilfreiches Feedback von der Familie oder Fachleuten. Daher leben sie oft mit viel Ungewissheit. Eine Demenz-Beratung kann Pflegende aus ihrer Isolation zurück in die Gesellschaft holen. Das alltägliche und gemeinsame Leben kann möglicherweise sehr viel länger in der  Häuslichkeit fortgeführt werden, wenn Pflegende die Möglichkeit nutzen können das Geschehen in ihrer Häuslichkeit besser  zu verstehen..

 

 

 

New York barrierefrei erleben. Unsere Tipps für eine sehr aufregende Reise

New York ist eine der aufregendsten Städte der Welt und ein Trip in diese Metropole ist für viele Reisende sehr aufregend. Einige Menschen scheitern bereits an der Idee und den ersten Recherchen. Gründe für ein Scheitern gibt es viele, doch gerade Menschen mit Mobilitätsproblemen sind sich unsicher, ob sie eine Reise wagen sollten. Die Stadt scheint zu groß, zu überwältigend, einfach zu schwer zu besuchen zu sein. Es ist sicher, dass Sie eine schöne und  erlebnisreiche  Reise erleben werden, die sicherlich nicht  ganz  frei von  aufregenden  Erlebnissen sein wird. Wir möchten Mut machen, denn wir erlebten eine sichere und freundliche Stadt für Menschen mit und ohne Rollstuhl. Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Aufenthalt  für körperlich behinderte Menschen ist die gute Vorplanung. Mit guter Vorbereitung trifft man auf nur wenige Hindernisse.

New York barrierefrei erleben, hier ist unser Leitfaden.

Egal an welchem Flughafen Sie landen, nach Ihrer Landung am werden Sie irgendwie zur Unterkunft gelangen wollen. Der John F. Kennedy International Airport ist vor Newark und LaGuardia der größte Verkehrsflughafen im Großraum New York, jedoch ist er nicht direkt an das Metronetz angeschlossen. An sich ist das kein Problem. Auch mit der Bahn und der Metro ist es möglich ans Ziel zu gelangen. Wir hatten jedoch keine Lust nach dem langen Flug noch ewig mit dem Zug und der Metro unterwegs zu sein. Zum Start unserer Reise wollten wir keine Experimente. Wir waren müde und wollten tatsächlich New York barrierefrei erleben.

Auf dem Weg nach Manhattan

Also ging es nach Manhattan mit dem Taxi. Außerhalb des Terminals verbringt man eine kurze Zeit in der Warteschlange am Taxistand. Der „Dispatcher“, bzw. der Zuweiser wählt für Sie den passenden Wagen aus. In Manhattan fahren ca. 13.000 Taxen, in denen der verfügbare Beinraum stark variiert. Man könnte sagen, der Augenblick macht die Situation. Je nachdem welches Taxi vorfährt, wissen Sie ob sie mitfahren können oder auch nicht. Kein Fahrer darf sich weigern eine Person im Rollstuhl mit zu nehmen. Aber wenn der Rollstuhl nicht reinpasst, kann man eben nicht mitfahren. Die Fahrer sind meist freundlich und zuvorkommend, aber ärgerlich ist es trotzdem, wenn man auf ein geräumigeres Modell warten muss. John, der Vermieter unserer Wohnung, hatte Kontakt zu verschiedenen Taxifahrern, die er uns rufen konnte. So passte in unserem Falle zumindest auf dem jeweiligen Hinweg auch das Taxi zu uns.

Wo man einen Rollstuhl mieten ann …

Haben Sie Ihr eigenes Hilfsmittel nicht mitnehmen können? Dann möchten Sie sicherlich in Ihrer Unterkunft ankommen und dort bereits einen Rollstuhl, ein Elektromobil oder anderes für Sie notwendiges Hilfsmittel vorfinden.  Scootaround verleiht Hilfsmittel und sorgt dafür, dass Reisende auf ihren Ausflügen durch New York komplett mobil sind. Sie können eine Buchung bereits vor Ihrer Reise online vornehmen. Die Geräte werden in die Unterkünfte gebracht und auch wieder abgeholt. Da die Bedienung eines Rollstuhls kann über einen längeren Zeitraum für Selbstfahrer, aber auch für Schieber ermüdend sein kann, ist die Wahl eines Scooters, bzw. Elektromobils gut zu überdenken. Günstig ist natürlich auch, dass Ihre Mitreisenden, nach einem erfolgreichen Besuchs der Fifth Avenue, die Einkäufe im Korb Ihres Rollers transportieren können. Wählen Sie einfach auf der Scootaround Website, welches Hilfsmittel zu Ihnen passt.

Dial 311
Entdeckungstouren…

Wenn Sie sich im Hotel von der Anreise erholt haben, wollen Sie sicherlich bald auf Entdeckungsreise gehen. Dieses ist auch mit einem Taxi möglich. Sie haben fünf Möglichkeiten um Ihr Taxi zu reservieren. Telefonisch erreichen Sie den Service unter 311 oder unter  (646) 599-9999. Sie können aber auch eine Nachricht unter (646) 400-0789 senden oder den Dienst online anfordern. Eine tolle Möglichkeit ist die Nutzung der mobilen App, die wir sehr gern genutzt haben WOW Taxi (Wheels on Wheels). Sobald der Taxi-Service angefordert wurde, wird eines der behindertengerechten Taxis an Ihren Wunschort geschickt. Die Reservierung ist 24 Stunden am Tag und an sieben Tage in der Woche möglich. Eine weitere Möglichkeit ist eine Bestellung einer Fahrt mit Vega Transportation. Die Fahrzeuge sind für Rollstuhlfahrer geeignet und geschultes Personal übernimmt den Transport. Auch dieser Service kann im Voraus und auch nach Bedarf telefonisch, per Fax oder Email gebucht werden. www.vegatransportation.com.

Am Eingang zur Metro

Viele Metro Stationen in New York bieten dem Fahrgast Aufzüge und Rampen. Eine vollständige Liste der zugänglichen barrierefreien Stationen sowie detaillierte Beschreibungen der einzelnen Annehmlichkeiten Sie unter anderem hier. Wir haben bei unserer Rundreise so gut wie niemanden gesehen, der sich nicht mit einer App oder einem Metroplan behilft. Also scheuen Sie sich nicht dieses auch zu tun. Leider können, trotz angegebener Barrierefreiheit, Hindernisse für Rollstuhlfahrer durch Treppen und fehlende Rampen entstehen. Weiterhin sind die Bahnen und die Stationen der Metro gerade in der Rushhour überfüllt, sodass es sehr eng werden kann.

In der Rushhour

Busse sind daher unter Umständen eine sehr gute Alternative zur Metro. Alle Fahrzeuge verfügen über automatische Rampen, die es den Menschen in Rollstühlen ermöglichen leicht an Bord zu gelangen. Aus dem Bus sieht man natürlich sehr viele Highlights der Stadt, jedoch ist er gerade in der Rushhour langsamer als die Metro unterwegs.

Niedrige Bordsteine an der Radio City Music Hall
Touristische Attraktionen…

Für welches Hilfsmittel Sie sich letztendlich auch entscheiden um New York barrierefrei erleben zu können, Sie werden Ihre Ziele erreichen. Aber was möchten oder können Sie überhaupt besichtigen?

Das Besuchen der Stadt mit dem Rollstuhl oder einem Elektromobil ist durchaus und auch gut möglich, da die meisten Bordsteige mit niedrigen Bordsteinen versehen sind. Viele Museen wie beispielsweise das Metropolitan Museum of Art, die New York Historical Society, das Guggenheim und die Frick Collection sind barrierefrei. Entdecken Sie Manhattan in einem der Hop-On, Hop-Off Busse. Sie sind rollstuhlgerecht und Sie können Sie zwischen fünf unterschiedlichen Routen wählen. Circle Line Kreuzfahrten sind eine großartige Möglichkeit, die Insel Manhattan vom Wasser aus zu sehen und das untere Deck ist rollstuhlfreundlich. Auf der kostenlosen Staten‐Island‐Ferry können Sie den herrlichem Blick auf die Skyline und die Freiheitsstatue genießen. Die großen Kaufhäuser, wie Saks und Bergdorf Goodman sind barrierefrei. Zu Macy’s gelangen Sie durch seine Ost- oder Westeneingänge, da an den anderen Eingängen das Pflaster zu hoch ist.

An der Freiheitsstatur vorbei mit der Staten Island Ferry
Freier Blick für alle

Die Fensterfronten des Empire State Building sind niedrig, sodass man auch aus dem Rollstuhl heraus gute Sicht hat. Behinderten gerechte WC´s befinden sich auf der 86. Etage. Touristen auf Rädern können immer an die Spitze einer Warteschlange gehen. Das beinhaltet übrigens auch die Warteschlange für die Einreise am Flughafen.

Wie geht es weiter?

Inhaltlich sind wir nun schon wieder am Flughafen angekommen. Es gibt jedoch so viel mehr zum Thema New York barrierefrei erleben zu berichten, dass ich bereits jetzt für unseren 2. Teil zum Thema barrierefreies Reisen in New York werben möchte. Sie erfahren mehr über die Big Apple Greeter, Sehenswürdigkeiten und natürlich auch über barrierefreie und rollstuhlgerechte Hotels.

 

Schritt für Schritt zum perfekten Make-Up

Ein Leben ohne Make-Up, Pflege und Farbe wäre ganz schön langweilig!  Daher möchte ich, gemeinsam mit Ihnen, einen Blick in meinen Kosmetikschrank werfen und Ihnen meine persönlichen Tipps zur Benutzung der Produkte mit auf den Weg geben. Vielleicht interresiert Sie ja, was für mich am besten funktioniert hat. Ich selbst zähle zur Sparte 50+ und bin der Meinung, dass eine Frau nicht unbedingt hochpreisiges Make-Up und Pflegeprodukte nutzen muss,  um toll auszusehen.

Der Primer…

Nach der Tagespflege ist es empfehlenswert das Make-Up mit Hilfe eines Primers vorzubereiten. Ein Primer dient als Basis für das Gesicht zum Beispiel gegen Rötungen oder die versteckten Poren zu verdecken. Ziel ist es den Taint makellos erscheinen zu lassen. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass das Make Up durch die Grundierung länger auf der Haut hält.

Die Foundation…

Für eine makellose Haut können Sie zwischen stark deckenden Produkten und weniger intensiven Cremes wählen. Dazu zählen beispielsweise die BB  Creams. Hierbei handelt es sich um getönte Tagescremes. In Drogeriemärkten können Sie schon Foundations ab 3,00 Euro erwerben. Sehr gern benutze ich die Indefectible 24 H – matt Foundation von Loreal Paris. Die Konsistenz der Foundation ist flüssig und sie hat eine starke und gute Deckkraft. Meiner Meinung nach, hält die Indefectible 24 H – matt Foundation, was sie verspricht. Auftragen kann man die Foundation mit den Fingern. Ich benutze jedoch einen kleinen Schwamm oder mit einen Pinsel.

Der Puder…

Damit die Foundation den ganzen Tag hält und nicht in die Fältchen rutscht, ist es empfehlenswert anschließend einen Puder aufzutragen. Den Puder trägt man mit einem Pinsel leicht auf die Haut auf. Vergessen Sie beim Auftragen nicht, den Übergang zum Hals mit zu verblenden. Sie vermeiden die unschönen Ränder, die niemand leiden kann. Auf dem Markt gibt sowohl lose Puder, als auch Kompaktpuder der verschiedensten Marken. Bei DM können Sie schon zwischen Puder ab 3,50 Euro bis hin zu 15,00 Euro wählen. Ich empfehle Ihnen das loose Powder von Ellen Beatrix für 10,00 Euro zu probieren, welches in der Max Factor Abteilung zu finden ist.

Der Concealer

Je nach Geschmack, kann man  nun unter den Augen großflächig Concealer auftragen. Die gewählte Farbe sollte in der Regel heller als die eigene Hautfarbe sein. Damit können Augenfalten gut abgedeckt werden. Wie auch bei der Foundation sollte auch der aufgetragene Concealer abgepudert werden. Für das Pudern des Faltenbereichs unter den Augen kann man zum Beispiel  ein transparentes Puder, beispielsweise von trend it up – Expert finish Powder für rund 5 Euro verwenden.

Die Farbe…

Um dem gegebenenfalls ein wenig Farbe zu verleihen,  benutze ich sehr gern einen Bronzer oder Blush. Nach dem dunklen Winter verleihen besonders die rosa pigmentierten Töne dem Gesicht einen gesunden Ausdruck.

Und wenn Sie auch schon ein alter Hase in Sachen Make-Up sind, haben Sie sicher viel Spaß beim Ausprobieren. Und vielleicht ist ja doch was Neues dabei.

Mögen Sie Wildgulasch? Dann geschmort!

Frisches Wild erhalten Sie in Deutschland nur während der jeweiligen Jagdsaison. Wildgulasch vom Wildschwein können Sie ganzjährig auf Ihren Speiseplan setzen, denn Saison ist das ganze Jahr.

Bevor wir uns an das Wildgulasch machen, zunächst ein paar Worte zum Fleisch. Das Fleisch des Wildschweins ist dunkel und es hat eine ausgeprägte Wildnote. Es hat einen hohen Eiweißgehalt, das macht die Mahlzeit besonders sättigend. Ein positiver Effekt ist zudem, dass das  Eiweiß unseren Muskeln als Aufbaustoff dient. Wildschweinfleisch kann bei jeder Diät ohne Reue verzehrt werden, denn Wildschweinfleisch ist mager. Es enthält nur ungefähr  162 kcal.  Zu erwähnen ist auch, dass es keine Kohlenhydrate enthält, was sicherlich die Diabetiker unter Ihnen besonders freut. Weiterhin ist das Fleisch reich an Vitamin A und an Mineralien wie Kalium, Phosphor, Natrium, sowie Magnesium.  Die ungesättigten Fettsäuren wirken vorbeugend gegen Herzinfarkt und Gefäßerkrankungen.

Die Zubereitung unseres Wildgulasch ist einfach und die Vorbereitung nimmt nur ca 30 Minuten in Anspruch.  Für Ihren Wildschweingulasch (4 Portionen) benötigen Sie folgende Zutaten:

1 Kilo Wildschweingulasch von Haut, Fett und Sehnen befreit
3 EL Öl
1 TL Majoran und Rosmarin getrocknet und gerebelt
1 1/2 TL Thymian getrocknet und gerebelt
1 TL Kümmelpulver
1 1/2 EL Paprikapulver, edelsüß und rosenscharf
Salz

Für die Sauce benötigen Sie:

100 g gewürfelten Bacon
3 mittelgroße geschälte und fein gewürfelte Zwiebeln
2 mittelgroße geschälte und fein gewürfelte Knoblauchzehen
2 EL Tomatenmark
350 ml halbtrockener oder trockener Rotwein
500 ml Wildfond oder Fleischbrühe
200 g Preiselbeeren aus dem Glas
150 g Schmand

Den Backofen heizen Sie auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vor und vermischen das Fleisch gründlich mit den Gewürzen. Als nächstes erhitzen Sie das Öl in einem Bräter auf der Herdplatte und fügen dann den Bacon, Zwiebeln und Knoblauch, sowie das Tomatenmark hinzu. Wenn Sie diese Zutaten angeröstet haben, fügen Sie das gewürzte Wildschweinfleisch hinzu und braten alles gut an. Mit dem Rotwein und dem Wildfond löschen Sie das Gulasch ab und kochen es unter gutem Rühren auf.

Zugedeckt kommt es nun zum Schmoren für 45 Minuten in den vorgeheizten Backofen. Nachdem die Preiselbeeren eingerührt wurden schmort das Gulasch noch einmal für 45 Minuten. Danach fügen Sie den Schmand hinzu, schmecken mit Salz und Pfeffer ab und lassen das wunderbare Gulasch nochmals aufkochen.

Wir haben Glück, denn wir kaufen das Wild direkt bei unserer Jägerin Martina. Das Fleisch, welches über den Jäger erworben werden kann, ist stets sehr frisch und daher besonders schmackhaft Allerdings bekommt man Wild auch in gut sortieren Märkten und beim Direktvermarkter eines Wildschweingeheges.

Mit Rotkohl und Klößen mögen wir es übrigens besonders. Dessen ungeachtet, was Sie als Beilage bevorzugen, wir wünschen einen guten Appetit.

 

Hilfsmittel – Bleiben Sie mobil

Um mobil und selbstständig zu bleiben, können Menschen mit den verschiedensten Krankheiten und Behinderungen neben personeller Unterstützung zudem auch auf Hilfsmittel zurückgreifen. Es gibt beispielsweise Esshilfen, Sehhilfen, Inkontinenzhilfen, Anziehhilfen, Hörhilfen und unzählige weitere Hilfen für die Unterstützung im Alltag. Die Überwindung von Treppen und Stufen kann für einen bewegungseingeschränkten Menschen zu einer enormen Hürde werden. Ohne Rollator, Rollstuhl oder Elektromobil können schon wenige Meter unüberwindbar werden. Entsprechende Hilfsmittel ermöglichen ein besonders hohes Maß an Mobilität im Alter.

Das Hilfsmittelverzeichnis liefert Ihnen eine umfassende und ständig aktualisierte Übersicht aller Produktgruppen und man erhält Informationen über die Qualität der Produkte. Es werden alle Hilfsmittel aufgelistet, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Jeder kennt sie und viele Menschen nutzen diese Hilfsmittel.

Aus dem Hilfsmittelverzeichnis

Der Gehstock oder die Unterarmgehstütze dient der Unterstützung beim Laufen. Ab und an sieht man das Gehgestell und den Gehwagen. Der Ihnen dahingegen sicher bekannte Rollator wird vom Nutzer geschoben und er bietet besondere Sicherheit bei der Fortbewegung. Überdies kann auf der Sitzfläche eine Pause eingelegt werden. Die Nutzung von Rollstühlen erfolgt aus verschiedenen Gründen. Oftmals ist der Nutzer vollständig unfähig zu gehen. Rollstühle werden genutzt, um Personen über längere Strecken zu schieben. Sie dienen auch dazu, sich selbständig ausdauernder fortzubewegen. Rollstühle dagegen werden häufig unterstützend nach einer Operation eingesetzt. Das Elektromobil ähnelt einem motorisierten Rollstuhl und ermöglicht längere Strecken außerhalb der Wohnung. Außerdem ermöglicht es ein eigenständiges Leben in einem relativ großen Radius. Auch einen Treppenlift mit Sitz haben Sie sicherlich schon gesehen. Er befördert den bewegungseingeschränkten Menschen eine Reihe von Stufen in eine andere Etage. Der Sitz bewegt sich mit Hilfe eines Motors über Schienen.

Rollator
Rollstuhl

Versicherte ab 18 Jahren leisten somit eine Zuzahlung von zehn Prozent des Abgabepreises. Jedoch mindestens aber fünf Euro und höchstens zehn Euro. Bei gemieteten Hilfsmitteln werden nur zehn Euro für die gesamte Dauer der Mietzeit veranschlagt. Bei den Verbrauchshilfsmitteln wie Inkontinenzmaterial beträgt die Zuzahlung zehn Prozent je Packung und ist ebenfalls auf höchstens zehn Euro für den Monatsbedarf begrenzt.

 

Treffen Sie rechtzeitig Vorsorge durch eine Vorsorgevollmacht!

Jeder von uns kann geschäfts- bzw. einwilligungsunfähig werden. Eine eigenverantwortliche Regelung von wichtigen persönlichen Angelegenheiten ist dann nicht mehr möglich. Wer kümmert sich nun um Ihre Versicherungs- und Behördenangelegenheiten? Wer organisiert die notwendige Behandlung? Und wer trifft die Entscheidungen wenn Sie operiert oder medizinische Maßnahmen durchgeführt werden müssen?

Haben Sie eine Vorsorgevollmacht?

Irrtümlicherweise wird häufig davon ausgegangen, dass die Angehörigen des Betroffenen im Ernstfall entscheiden können. Für eine rechtsverbindliche Entscheidung, reicht das verwandtschaftliche Verhältnis einfach nicht aus. Sollten Sie für diesen Ernstfall keine Vollmachten erteilt haben, wird vom Vormundschaftsgericht eine rechtliche Betreuung für die notwendigen Bereiche eingerichtet werden. Eine erteilte Vorsorgevollmacht hat jedoch immer Vorrang vor der Einrichtung einer Betreuung!

Hier einige Hinweise zur Erstellung Ihrer Vollmacht:

  • Schriftliche Niederlegung ist notwendig.
  • Beglaubigung durch einen Notar nicht zwingend notwendig.
  • Bereiche die durch Vorsorgevollmacht  geregelt werden sollen, sehr detailliert festhalten.
  • Wortlaute wie „soll mich in allen Bereichen meines Lebens vertreten“, können zu ungenau sein.
  • Viele Banken und Sparkassen lehnen die Vollmacht ab. Vollmachtgeber und Vollmachtnehmer sollten vorher persönlich bei der Bank oder Sparkasse vorsprechen.
  • Mehrere Personen können als Vorsorgebevollmächtigte benannt werden. Notwendigkeit die Rangfolge beachten!
  • Wer soll ggf. vom Vormundschaftsgericht zum Betreuer bestimmt werden soll falls die Vollmacht keine Gültigkeit findet.
  • Aktualisieren Sie Ihren Willen mit Datum und Unterschrift mindestens einmal jährlich.

Bewahren Sie Ihre Vorsorgevollmacht sowohl bei sich und bei Ihrem Bevollmächtigten auf. Tragen Sie für den Notfall einen Hinweis auf Ihre Vorsorgevollmacht bei sich.

Einige besonders schwerwiegende Maßnahmen bedürfen trotz Ihrer Vollmacht der Genehmigung des Vormundschaftsgerichts:

  • Freiheitsentziehende Maßnahmen die in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen durchgeführt werden müssen.
  • Ärztliche Eingriffe, die das Leben gefährden oder die dauerhafte und schwere gesundheitliche Schäden nach sich ziehen können.
  • Die Vorlage eine Patientenverfügung.

Ihre Vollmacht können Sie handschriftlich niederlegen. Gute Vordrucke gibt es aber auch. Sie erhalten Sie unter anderem beim Bundesministerium für Justiz und beim Caritas.

Registrieren Sie Ihre Vollmacht bei der Bundesnotarkammer

 

 

Selbstheilungskräfte – Aktivieren Sie Ihren inneren Hausarzt

Haben Sie sich schon mal mit ihren Selbstheilungskräften befasst? Man hört es immer mal wieder. Da hat jemand den Krebs besiegt und Sie können es kaum glauben. Meist sind es wunderbare Geschichten. Haben diese Menschen einfach nur besonders viel Glück? Häufig sind neben dem Glück auch andere Kräfte mit im Spiel, denn jeder Mensch könnte auf einen inneren Hausarzt zurückgreifen. Es handelt sich um unsere Selbstheilungskräfte.

Unser innerer Arzt ein Allrounder. Er kennt sich umfassend aus und greift im Bedarfsfall auf unsere hauseigene Apotheke zurück – unsere Selbstheilungskräfte. Immunstoffe, Enzyme, Hormone oder auch körpereigenes Cortison können dort beispielsweise abgerufen werden. Wie wirkungsvoll unsere Selbst­heilungskräfte arbeiten, ist unter anderem genetisch bedingt, allerdings lösen unsere Gedanken im Körper bestimmte und regelmäßige Prozesse aus.

Jeder Gedanke beeinflusst unmittelbar unseren Körper. Als ein Beispiel kann der Stress dienen. Wenn man sich selbst unter Druck setzt, ist es schon geschehen. Der Körper reagiert sofort mit dem Stresshormon Cortisol.

Steuern Sie Ihre Gedanken. Suggerieren Sie ihrem Körper Gesundheit, denn positive Gedanken stärken die Abwehr. Wenn Sie sich krank fühlen oder auch krank sind,  stellen Sie sich vor, was Sie alles tun möchten, wenn Sie wieder fit sind. Das baut auf. Es ist sehr wichtig Zukunftsträume zu haben. Menschen, die selten krank werden und mit einem Lachen auf den Lippen durchs Leben gehen, liefern den Beweis dafür. Diese Menschen haben meist Ziele auf die sie sich freuen. Ihr Körper übernimmt die positiven Gedanken und die Selbstheilungskräfte werden aktiviert. Ausreichend Schlaf, viel Bewegung und gesunde Ernährung setzen die Selbstheilungskräfte ebenso in Gang. Im Schlaf regeneriert sich das Immunsystem. Sechs bis acht Stunden Schlaf sind ideal, dazu ein kleiner Mittagschlaf zum Abbau von Stresshormonen. Ihr Körper sagt Ihnen, was Ihnen gut tut. Nehmen Sie seine Warnungen ernst und hören Sie rechtzeitig auf ihn.

Wir wünschen Ihnen einen traumhaften Frühling bei bester Gesundheit und vielen Plänen.

Brigitte sucht eine neue Wohnung

Seit ein paar Jahren lebt Brigitte (71) nun im Seniorenwohnhaus und fühlte sich eigentlich nie wohl. Und nun auch noch das: Sie hatte nicht bedacht, dass sie vielleicht irgendwann auf einen Rollstuhl angewiesen sein könnte. Brigittes Wohnung ist klein und auch das Haus ist nicht an allen Orten barrierefrei. Brigitte hat sich entschieden! Sie sucht eine neue Wohnung.

Brigitte hat immer gearbeitet und zog ihren Sohn allein groß. Sie hat schwer gerackert, sagt sie. Trotzdem lebt sie heute von Grundsicherung und muss jeden Cent zusammenhalten. Wie soll man da umziehen? Und wie soll sie überhaupt eine neue Wohnung finden? Wird ihr jemand helfen und an wen soll sie sich wenden? Brigitte hat sich nie unterkriegen lassen. Erst im letzten Jahr hat sie den elektrischen Rollstuhl durchgedrückt und sie kämpfte für den Erlass der Servicegebühr im Seniorenwohnhaus. Sie fand immer jemanden, der sie unterstützt. Und so soll es diesmal auch wieder sein.

Zunächst ruft Brigitte ihre Sachbearbeiterin für Grundsicherung an. Diese signalisiert, dass sie den Umzug nicht genehmigen werde. Ein Anruf bei der Beratungsstelle gibt ihr wieder Mut. Dort erfährt sie, dass Empfänger von Grundsicherung den Anspruch auf Übernahme ihrer Kosten für Unterkunft in Höhe der jeweiligen Mietobergrenze auch dann haben, wenn sie ohne Zustimmung des ihres zuständigen Bearbeiters umgezogen sind (§ 35 SGB XII). Die Notwendigkeit der Zustimmung nach § 35 Abs. 2 Satz 5 SGB XII bezieht sich nämlich ausschließlich auf die Kosten für den Umzug an sich. Brigitte erhält den Tipp einen Antrag unter Angabe der maßgeblichen Gründe für den Umzug zu stellen und erledigt das schnell. Sie hat einen plausiblen und  nachvollziehbaren Grund für den Umzug, da sie auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

Brigitte stellt fest, dass es fast aussichtslos barrierefreie Wohnungen zu finden und dass die Wohnungssuche über Annoncenergebnislos ist. Sie wendet sich hilfesuchend an die Mitarbeiter des Bürgertelefons. Der Ratschlag sich an die ehrenamtlichen Wohnungslotsen ihres Bezirks zu wenden, ist Gold wert. Und nun rückt ein Umzug doch in greifbare Nähe und gibt Hoffnung auf ein barrierefreies Leben in und außerhalb ihrer Wohnung.

Es kann losgehen